wikisearch - Die neue soziale Suchmaschine
Verfasst von Christian Zange am 8. Januar 2008 - 22:24.
Das die Suchresultate auf der neuen Suchmaschine wikiasearch noch sehr schlecht sind, ist nicht anders zu erwarten. Nun wird es jedoch spannend, ob dieser neue Ansatz des social searching letztlich Erfolg hat - sei es um eine Nische zu besetzen, oder sei es gar, um Google langfristig Konkurrenz zu machen (bzw. aufgekauft zu werden?).
Informationsbeschaffung über die Nutzung von Suchmaschinen ist ein grundlegender Bestandteil für ein funktionierendes Wissensmanagement. Automatisierte Routinen helfen uns hierbei seit vielen Jahren um aus der Vielfalt des Internets für uns relevante Informationen zu beschaffen. Aber kann ein Automat hier wirklich intelligent sortieren? wikiasearch geht einen völlig anderen Weg. Nicht Automaten bestimmen die Suchergebnisse - sondern Menschen. Klingelt da was? Genau - es gab und gibt ja die sogenannten Webkataloge - (Yahoo, Dinosearch und wie sie alle heißen oder hießen). Das sind also von Menschen zusammengetragene Linkkataloge, die man ähnlich wie eine Suchmaschine durchsuchen kann. Auch Google hat übrigens so einen Katalog. 1998 - als ich in größerem Maße begonnen hatte das Internet zu nutzen - stellten Kataloge ja sozusagen das Non-Plus-Ultra der Internet-Recherche. Suchautomaten lieferten noch lange nicht so gute Ergebnisse wie heute.
Ist also wikiasearch nicht ein Rückschritt? Nein - denn es ist nicht mit einem klassischen Katalog zu vergleichen! Der Unterschied besteht in der Organisation der Redaktion. Jeder kann bei wikiasearch an der Optimierung der Suchergebnisse mitwirken. Nicht nur ein festes Redaktionsteam, welches allenfalls Vorschlägen entgegennimmt. Und natürlich ist - bei Passung zwischen Suchzielen - ein menschlicher Sucher weit aus treffgenauer! So sind einschlägige Kataloge bei klar definierten Themen ja auch heute noch die besseren Suchmaschinen. Vorausgesetzt ist nur, dass das Thema des Katalogs mit meiner Suchintention weitestgehend übereinstimmt. Wenn nun eine große Community eine Suchmaschine füttert, so ergibt sich natürlich die Chance für eine große Vielfalt an Passungen - und letztlich somit besseren Suchergebnissen.
Der große Vorteil von wikiasearch ist auch die Archillesferse des Projekts - denn eine solche Community muss sich erstmal bilden. Dennoch: Die Gründer von Wikipedia haben ja schon mal bewiesen, dass so etwas möglich ist.
Interessant ist auch die Möglichkeit, Miniartikel zu Suchbegriffen einzupflegen. So wird die Suchmaschine gleichsam zum Worterklärer.
Die Möglichkeiten nach dem Einloggen sind zahlreich - sogar ein komplettes Profil kann man anlegen. Sinnvoll ist das auf jedenfall. Denn ein Profil hilft auch die Beiträge der Person richtig einzuordnen. Allerdings sammelt man ja nun schon etliche Profile im Netz. Eine offene Profilplattform, über die man Profile über mehrere Plattformen hinweg pflegen könnte wäre daher vielleicht ein nächstes interessantes WIKIPROJEKT: Man könnte es wikipeople nennen. Aber das ist eine andere Geschichte...
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